|
|
|
|
Feste und Vergnüglichkeiten
|
Über das ganze Jahr verteilt finden zahlreiche Volksfeste statt. Im Sommer
werden überall Theater-, Musik- und Kulturveranstaltungen im Freien
organisiert. Sehr viele Volksfeste werden von L`Unita, der kommunistischen
Parteizeitung, gefördert. Die Feste werden ausschließlich von der örtlichen
Bevölkerung ausgerichtet. Außer - wenigen - Ständen, die alternative und andere
Literatur verkaufen, gibt es vielerlei Kinderbelustigungen, Losbuden, Tanz,
Musik, Pantomime, Sängerwettstreit mit Wechselgesang. (Allerdings auch
(leider!) amerikanische Computer- und Video-Spiel-Automaten.)
Die Feste finden immer unter freiem Himmel an besonders schönen und schattigen
Stellen statt. Dort können Sie auch preiswert essen, gekocht wird von den
Frauen des Dorfes, getafelt wird an langen Tischen. Große Plakate in den
Städten weisen darauf hin.
Im Sommer gibt es von Juni bis September an den Wochenenden Tanz unter freiem
Himmel, „ballo liscio“. In Sassetta hat eine vierköpfige Familie die Führung
der „Bar Roma“ übernommen und organisiert an den Wochenenden Bands oder
Bandoneonspieler, die für die Dorfbevölkerung und Gäste zum Tanz aufspielen.
Obwohl weit und breit keine Tanzschule, können doch alle Generationen gerne und
gut Standard & Latein tanzen, auch die kleinen Kinder, die sogar von der
Großelterngeneration angelernt werden. Eine ganz zauberhafte Stimmung: Die ganz
Jungen und ganz Alten sitzen auf dem Mäuerchen an der Straße, die der
Generation dazwischen an Tischchen um die Tanzfläche herum. Es wird eifrig und
gut getanzt, ein Schlückchen Spumante getrunken, und wenn jemand einen neuen
Tanz gelernt hat, bringt man ihn sich gegenseitig bei. Musikalisch zwischen
Schnulze, Paolo Conte und Lucio Dalla, atmosphärisch wie in meiner Kindheit vor
fünfzig Jahren auf dem Dorf im Sauerland!
Karneval im Februar in San Vincenzo Im Februar findet in S. Vincenzo der
traditionelle Karneval statt, der aus zwei sonntäglichen Umzügen mit
Maskenwagen und maskierten Fußgruppen besteht.
Ostern wilde, geschichtliche Strandspiele zu Pferden am Strand von San Vincenzo
Maggerini-Fest in Sassetta am 1. Mai Dieses Fest geht auf
Versöhnungsriten für gute Ernten zurück. Stegreifdichter und die "Maggerini"
ziehen Tag und Nacht durch das Land und bitten die Bäuerinnen und Hausfrauen um
Gaben, unter an Türen und Fenstern angebrachten Lorbeergirlanden, die mit einer
Zitrone und einer dreifarbigen Bandrosette in der Mitte dekoriert sind. Aus den
gesammelten Lebensmitteln wird dann im Dorf gekocht und alle essen zusammen,
bei schönem Wetter auf dem Platz in der Nähe von „La Bottega“, unterhalb des
Friseursalons im 1. Stock.
Wildschweinfest im Dezember in Suvereto 1999 habe ich dieses Fest zum
ersten Mal miterlebt und kann es sehr empfehlen: Das ganze Dorf ein
Festplatz, aber nicht Kirmes, sondern geprägt von der Suche nach alten Wurzeln
und Traditionen; der neue Wein wird verkostet, das neue Öl bewertet, Kultur und
Kunst (aber auch Kitsch!), gutes Essen, altes Liedgut, und am ersten Advent bei
strahlendem Sonnenschein Tanz auf der Straße! Der Duft, der über dem Dorf lag,
war diesmal anders: über allem der Hauch von weißen Trüffeln!!!
Volksfest mit Palio-Rennen, Polenta- und Kastanienfest an den 3 letzten
Sonntagen im Oktober in Sassetta Volksfest mit historischen Umzügen in
traditionellen Kostümen. An einem der drei Sonntage gibt es Fahnenschwinger, am
letzten der drei Sonntage auch ein Palio-Rennen wie in Siena. Allerdings, wie
vieles in Sassetta, ein paar Nummern kleiner (und liebenswerter?!): Die Strecke
führt nicht um einen Muschelplatz herum, sondern reicht von der Tankstelle bis
zur Bushaltestelle, und die Vertreter der 4 Sassettaner Contraden reiten auch
nicht auf geschmückten Pferden, sondern auf Eseln OHNE Sättel!. Gegessen wird –
was Frauen und Männer des Dorfes kochen, frittieren und grillen bei schönem
Wetter auf dem Platz vor der Pizzeria, wenn’s kalt ist im Schloß.
Im Sommer fast täglich Fest oder Konzert in den Dörfern Konzerte von
Klassik bis Jazz gibt es im Sommer fast jeden Abend in den unterschiedlichsten
Dörfern auf den piazze oder in Kirchen. Die Sommerprogramme der „musica per le
stelle“ gibt es in den Touristeninformationsbüros oder auch in unserem
Gästebuch zur Information.
open-air-Konzerte sind auch immer in Sassetta, auf der kleinen piazza vor der
Kirche. Mindestens zweimal im Sommer sind sie zum festen Bestandteil des
Programmes „musica per le stelle“ geworden. Darüberhinaus gibt es aber auch
div. Gruppen, die noch Veranstaltungen im Dorf organisieren. Auch dabei kommt
es hin und wieder zu liebenswerten Besonderheiten unterschiedlichster Art, die
wir beobachten konnten: mal war es ganz spontaner Tanz begeisterter Zuschauer
zur Musik, mal ein Konzertflügel, der sich auf der abschüssigen piazza in
Bewegung setzt, mal blies ein Wind, der dazu zwang, mit Wäscheklammern die
Noten an den -ständern zu befestigen, oder wir freuten uns einfach über die
Contessa des Dorfes, in Abendrobe, die den ersten Geiger anhimmelte....
Anfang August finden seit Jahren immer open-air-Opern in Massa Marittima statt,
dem Ort, der als Kulisse der soap-opera: „ein Haus in der Toscana“ diente. So
grandios es ist, auf der piazza vor dem Dom zu sitzen und mit allen Sinnen zu
genießen, so schwierig ist es aber auch, Karten für die Opern zu ergattern.
Also in der Saison gibt es jeden Abend Programm - mehr als mensch schaffen
kann.
Aber auch in den Osterfeiertagen, also nicht nur in der Hochsaison gibt es
jeden Tag das Kindervergnügen im Pinienwald von Marina di Donoratico. Hier
können die Kinder nicht nur konsumieren, sondern auch kräftig agieren:
Trampolins, Schwebebahnen, Rutschen, Irrgarten, Traktoreisenbahn, Ponyreiten,
Kirmes, Rikscha-Fahrräder...(Kinder unter 6 Jahren nur unter elterlicher
Aufsicht). {Wenn unsere Kinder auch der Faszination des Kinderparkes entwachsen
sind, so fahren wir im Sommer doch gerne z. B. noch nach dem Nachtessen mal zur
Marina di Donoratico: zum Trampolinspringen, Inline-scaten, tanzen, etc. Obwohl
es in Donoratico eine Discothek gib, zieht es sowohl die italienische als auch
die deutsche Jugend eher auf die Straßen oder an den Strand. Die Geschäfte sind
bis weit nach Mitternacht geöffnet, die Straßen belebt und die Jugend
favorisiert das kostengünstige Vergnügen des Flanierens (frei nach dem Motto:
sehen und gesehen werden) und den Luxus des Schlenderns.}
Außer dem Sport des Tanzens und Flanierens können sich Naturliebhaber mit der
Wahl der Urlaubsregion wirklich glücklich schätzen. Gelten die Italiener als
„Volk der Fußkranken“, die nur zum Jagen oder zum Sammeln von Pilzen, Maronen,
wilden Spargeln und Kräutern freiwillig in die Wälder gehen, so haben wir
„Sassettaner“ besonderes Glück: Sassetta ist nicht nur Luftkurort, auch der
Hügelrücken entlang des Pian delle Vigne, auf dem auch die „La Cerreta“ liegt,
ist zum Naturpark „Poggio Neri“ erklärt worden. Und das Besondere hieran ist,
daß schon vor Jahren die Gemeinde in Zusammenarbeit mit Daniele von der
„Cerreta“ ein gut ausgebautes Wegenetz entwickelt hat, das mit Ruhepunkten,
Wasserstellen, Panoramapunkten etc. ausgestattet ist. Sogar einen für
Rollstühle geeigneten Weg gibt es hier! In dem veredelten Kastanienwald, in dem
alle sammeln dürfen, gibt es sogar kleine Häuschen mit Kamin, in denen man die
frischen Maronen vor Ort rösten und verzehren kann. Bänke und Tische unter
freiem Himmel. Das Wegenetz ist für Ausflüge per pedes, Rad oder Pferd gedacht,
die Wanderkarte kann man in der Saison im Touristenbüro kaufen, sonst im
Rathaus (municipio). Und da wir uns im Land des Radsportes befinden, eignen
sich alle Straßen hervorragend auch für Rennräder oder mountainbikes. Und alle
Einheimischen, hoffentlich auch Touristen, sind in ihrem Fahrverhalten immer
darauf vorbereitet, auf Radler oder Reiter zu treffen.
|